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Tutorial · Juli 2024 · 29.07.2024

Datenmigration von Windows Server 2012 auf Synology NAS

protokoll: SMB/CIFS · quelle: Windows Server 2012 · tool: Robocopy · ziel: Synology NAS ·
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Dieses Tutorial beschreibt den Prozess der Datenmigration von einem bestehenden Windows Server 2012 auf ein neues Synology NAS. Wir nutzen Robocopy, ein robustes Befehlszeilen-Tool von Microsoft, das sich hervorragend für die zuverlässige Kopie und Synchronisation großer Datenmengen eignet, einschließlich Dateiberechtigungen und Zeitstempeln.

Vorbereitung des Synology NAS

Bevor Sie mit der Datenmigration beginnen, müssen Sie Ihr Synology NAS vorbereiten, um die Daten aufnehmen zu können.

  1. NAS einrichten und aktualisieren: Stellen Sie sicher, dass Ihr Synology NAS korrekt eingerichtet ist und die neueste Version von DSM (DiskStation Manager) läuft.
  2. Speichervolume erstellen: Erstellen Sie ein Speichervolume auf Ihrem Synology NAS, das ausreichend Platz für die zu migrierenden Daten bietet. Beachten Sie hierbei auch Redundanz (RAID-Typ).
  3. Gemeinsamen Ordner erstellen:
    • Melden Sie sich bei DSM an.
    • Gehen Sie zu Systemsteuerung > Gemeinsamer Ordner.
    • Klicken Sie auf Erstellen > Gemeinsamen Ordner erstellen.
    • Geben Sie einen Namen für den Ordner an (z.B. MigrierteDaten).
    • Optional können Sie eine Beschreibung hinzufügen und den Papierkorb aktivieren.
    • Deaktivieren Sie die Verschlüsselung, wenn Sie diese nicht benötigen, da sie die Performance beeinträchtigen kann.
    • Weisen Sie die entsprechenden Benutzerberechtigungen zu. Stellen Sie sicher, dass der Benutzer, den Sie für die Migration verwenden werden (siehe Schritt 2), über Lese-/Schreibzugriff auf diesen Ordner verfügt.
  4. SMB/CIFS aktivieren:
    • Gehen Sie in der Systemsteuerung zu Dateidienste > SMB/AFP/NFS.
    • Stellen Sie sicher, dass SMB-Dienst aktivieren ausgewählt ist.
    • Unter Erweiterte Einstellungen können Sie bei Bedarf Protokolleinstellungen anpassen. Für die Kompatibilität mit Windows Server 2012 reicht in der Regel die Standardeinstellung.

Benutzerkonto für die Migration einrichten

Um Robocopy effektiv nutzen und Berechtigungen korrekt übertragen zu können, ist es wichtig, ein Benutzerkonto mit den notwendigen Rechten auf dem Synology NAS zu haben, das idealerweise den Rechten des Benutzerkontos auf dem Windows Server entspricht.

  1. Benutzer auf dem Synology NAS erstellen:
    • Gehen Sie in der Systemsteuerung zu Benutzer & Gruppe.
    • Klicken Sie auf Erstellen > Benutzer erstellen.
    • Geben Sie einen Benutzernamen (z.B. MigrationUser) und ein sicheres Passwort ein.
    • Weisen Sie dem Benutzer die notwendigen Berechtigungen für den in Schritt 1 erstellten gemeinsamen Ordner zu (Lese-/Schreibzugriff).
    • Optional können Sie diesen Benutzer zu einer Gruppe hinzufügen, die die entsprechenden Berechtigungen erbt.
  2. Rechteüberprüfung: Stellen Sie sicher, dass dieser Benutzer auf dem Synology NAS über die erforderlichen Rechte verfügt, um alle Dateien und Ordner im Zielordner zu erstellen und zu ändern.

Netzwerkfreigabe auf Windows Server einbinden

Um vom Windows Server aus auf den gemeinsamen Ordner des Synology NAS zugreifen zu können, müssen Sie die Netzwerkfreigabe auf dem Server einbinden.

  1. Netzwerklaufwerk verbinden:
    • Öffnen Sie den Datei-Explorer auf Ihrem Windows Server 2012.
    • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Dieser PC (oder Computer) und wählen Sie Netzwerklaufwerk verbinden.
    • Wählen Sie einen verfügbaren Laufwerksbuchstaben (z.B. Z:).
    • Geben Sie den Netzwerkpfad zu Ihrem Synology NAS und dem gemeinsamen Ordner ein, z.B. \\IP_DES_NAS\MigrierteDaten oder \\NAME_DES_NAS\MigrierteDaten.
    • Aktivieren Sie die Option Verbindung mit anderen Anmeldeinformationen herstellen.
    • Klicken Sie auf Fertig stellen.
    • Geben Sie die Anmeldeinformationen des in Schritt 2 erstellten Synology NAS-Benutzers (z.B. MigrationUser) ein.
  2. Zugriff testen: Überprüfen Sie, ob Sie auf das gemappte Netzlaufwerk zugreifen und darin Dateien erstellen und löschen können, um die Berechtigungen zu testen.

Robocopy-Befehl ausführen

Nun verwenden wir Robocopy, um die Daten vom Windows Server auf das Synology NAS zu kopieren. Es ist ratsam, Robocopy initial mit dem /L-Parameter (Log-only) zu testen, um zu sehen, was kopiert würde, bevor die eigentliche Kopie gestartet wird.

  1. Öffnen der Eingabeaufforderung als Administrator:

    • Öffnen Sie das Startmenü, suchen Sie nach cmd oder Eingabeaufforderung.
    • Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie Als Administrator ausführen.
  2. Robocopy-Befehl für die Initialkopie: Dieser Befehl kopiert alle Dateien und Ordner, einschließlich Unterordner, deren Berechtigungen, Zeitstempel, EFS-Verschlüsselungsattribute und Audit-Informationen. Dateien, die auf dem Ziel bereits existieren und neuer sind, werden übersprungen.

    robocopy "C:\Quellordner" "Z:\Zielordner" /E /ZB /DCOPY:T /COPYALL /R:3 /W:10 /MT:8 /LOG:C:\Robocopy_Initial_Log.txt /V /NP
    
    • "C:\Quellordner": Pfad zu dem Ordner auf Ihrem Windows Server, dessen Daten migriert werden sollen. Verwenden Sie Anführungszeichen, wenn der Pfad Leerzeichen enthält.
    • "Z:\Zielordner": Pfad zu dem gemappten Netzlaufwerk auf Ihrem Synology NAS. Verwenden Sie Anführungszeichen, wenn der Pfad Leerzeichen enthält.
    • /E: Kopiert Unterverzeichnisse, einschließlich leerer Verzeichnisse.
    • /ZB: Verwendet den Neustartmodus; wenn der Zugriff verweigert wird, wird der Sicherungsmodus verwendet (erfordert “Sicherungsoperatoren”-Rechte).
    • /DCOPY:T: Kopiert die Zeitstempel von Verzeichnissen.
    • /COPYALL: Kopiert alle Dateieigenschaften: Daten, Attribute, Zeitstempel, NTFS-Sicherheitsinformationen (ACLs), Besitzerinformationen und Überwachungsinformationen. Äquivalent zu /COPY:DATSOU.
    • /R:3: Versucht bei Fehlern 3 Mal erneut.
    • /W:10: Wartet 10 Sekunden zwischen Wiederholungsversuchen.
    • /MT:8: Führt die Kopie mit 8 Threads aus (für schnellere Übertragung; Wert kann angepasst werden).
    • /LOG:C:\Robocopy_Initial_Log.txt: Erstellt eine Protokolldatei der gesamten Operation.
    • /V: Zeigt ausführliche Ausgaben an.
    • /NP: Zeigt keinen Fortschritt in Prozent an (kann bei vielen kleinen Dateien die Konsole verlangsamen).
  3. Überwachung der Kopie: Beobachten Sie die Ausgabe in der Eingabeaufforderung und überprüfen Sie regelmäßig die Log-Datei auf Fehler oder übersprungene Dateien. Je nach Datenmenge kann dies Stunden oder Tage dauern.

Inkrementelle Synchronisation und Validierung

Nach der initialen Kopie ist es wichtig, eine inkrementelle Synchronisation durchzuführen und die Daten auf dem Synology NAS zu validieren, bevor der Windows Server außer Betrieb genommen wird.

  1. Inkrementelle Synchronisation: Führen Sie den Robocopy-Befehl erneut aus, um nur die seit der letzten Kopie geänderten oder neuen Dateien zu synchronisieren.

    robocopy "C:\Quellordner" "Z:\Zielordner" /E /ZB /DCOPY:T /COPYALL /R:3 /W:10 /MT:8 /MIR /LOG:C:\Robocopy_Delta_Log.txt /V /NP
    
    • /MIR: Spiegelt eine Verzeichnisstruktur (entspricht /E plus /PURGE). Dieser Parameter löscht Dateien und Verzeichnisse im Ziel, die im Quellordner nicht mehr vorhanden sind. Seien Sie bei der Verwendung von /MIR extrem vorsichtig! Stellen Sie sicher, dass Ihr Quellordner der endgültige Referenzzustand ist.
    • Wiederholen Sie dies mehrmals, bis nur noch minimale oder keine Änderungen mehr erkannt werden.
  2. Datenvalidierung:

    • Stichprobenartige Überprüfung von Dateiinhalten und Ordnerstrukturen auf dem Synology NAS.
    • Vergleichen Sie die Anzahl der Dateien und die Gesamtgröße der Ordner auf Quelle und Ziel. Sie können dies manuell über die Eigenschaften der Ordner tun oder Tools wie dir /s | find /c "Dateien:" verwenden.
    • Überprüfen Sie Dateiberechtigungen auf dem Synology NAS, um sicherzustellen, dass Benutzer weiterhin auf die entsprechenden Ressourcen zugreifen können.
  3. Umschalten der Benutzer: Informieren Sie die Benutzer über die Migration und weisen Sie sie an, auf die neuen Freigaben auf dem Synology NAS zuzugreifen. Passen Sie gegebenenfalls GPOs oder Anmeldeskripte an.

Praxis-Tipp

Planen Sie die Migration außerhalb der Geschäftszeiten, um Unterbrechungen zu minimieren. Bei sehr großen Datenmengen können Sie die Robocopy-Befehle in einem Skript zusammenfassen und geplante Aufgaben (Scheduled Tasks) verwenden, um die Synchronisation regelmäßig durchzuführen. Achten Sie darauf, ausreichend Speicherplatz und eine stabile Netzwerkverbindung sicherzustellen.

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